Schwerpunkt Obere Extremität
Schulter: Krankheitsbilder, Übungspläne & Nachbehandlung
Wählen Sie Ihr Krankheitsbild aus. Sie finden eine verständliche Erklärung, Übungen zum Selbsttraining Schritt für Schritt und – falls Sie operiert wurden – den Ablauf der Nachbehandlung. Die Informationen ergänzen das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, sie ersetzen es nicht.
Zeigen oder tippen Sie auf einen roten Punkt – so gelangen Sie direkt zum passenden Krankheitsbild.
Die Abbildung dient nur der Veranschaulichung und stellt die Anatomie nicht exakt dar.
Schmerz-Ampel
Bewerten Sie Ihren Schmerz beim und nach dem Üben von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz):
- 0 bis 3: In Ordnung – wenn der Schmerz bis zum nächsten Morgen wieder auf das gewohnte Maß zurückgeht.
- 4 bis 5: Zu viel. Kleinerer Bewegungsweg, weniger Wiederholungen oder leichteres Band.
- über 5 oder am nächsten Tag deutlich schlechter: Übung pausieren, zur vorherigen Stufe zurück. Hält das an, sprechen Sie uns an.
Wann zum Arzt?
- Fieber, oder die Wunde ist rot, heiß, stärker geschwollen oder nässt
- Hand oder Finger werden taub, kribbeln, kalt oder blass
- plötzlich deutlich weniger Kraft – besonders nach Knacken, Sturz oder Ruck
- Schmerzen nehmen trotz Schonung über Tage zu oder sind nachts unerträglich
Notruf 112 bei Atemnot, Brustschmerz oder plötzlich stark geschwollenem, schmerzhaftem Arm.
So üben Sie richtig
- Langsam und kontrolliert – lieber wenige saubere Wiederholungen.
- Ruhig weiteratmen, Schultern nicht zu den Ohren ziehen.
- Regelmäßig üben: Ein Programm braucht meist 8 bis 12 Wochen, bis es deutlich wirkt.
- Theraband: mit der leichtesten Stärke beginnen, erst steigern, wenn alles sauber und im grünen Bereich gelingt.
Nach einer Operation
- Die Pläne zeigen unseren üblichen Ablauf. Maßgeblich ist immer der Plan in Ihrem Arztbrief.
- Die Übungen zu Hause ergänzen die Physiotherapie, sie ersetzen sie nicht.
- Wochenangaben zählen ab dem Tag der Operation.
1. Engpass-Syndrom der Schulter (Impingement, subakromiales Schmerzsyndrom)
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Was ist das? Unter dem knöchernen Schulterdach (Akromion) verlaufen eine Sehne der Rotatorenmanschette (die Supraspinatussehne) und ein Schleimbeutel. Sind diese Strukturen gereizt, schmerzt es typischerweise, wenn Sie den Arm seitlich anheben – vor allem im mittleren Bereich etwa zwischen Brust- und Kopfhöhe („schmerzhafter Bogen“). Oft schmerzt die Schulter auch nachts beim Liegen auf der betroffenen Seite.
Wie entsteht es? Meist kommen mehrere Dinge zusammen: Überlastung (z. B. viel Arbeit über Kopf), eine gereizte oder verschleißende Sehne, ein entzündeter Schleimbeutel und eine nachlassende Muskelführung von Schulterblatt und Oberarmkopf. Die Form des Schulterdachs spielt nach heutigem Wissen eine geringere Rolle als früher angenommen.
Übungsplan ohne Operation – in drei Stufen
Ziel: Schmerz lindern, die Schulter beweglich halten und die Muskeln kräftigen, die Schulterblatt und Oberarmkopf führen. Beginnen Sie mit Stufe 1. Gehen Sie zur nächsten Stufe, wenn die Übungen der aktuellen Stufe im grünen Ampelbereich gelingen – meist nach 1 bis 3 Wochen. Die Übungen der früheren Stufen dürfen Sie weiter machen.
Übung 1: PendelnStufe 1
Ausgangsposition: Stellen Sie sich neben einen Tisch. Beugen Sie den Oberkörper nach vorn und stützen Sie sich mit dem gesunden Arm sicher auf dem Tisch ab. Der schmerzende Arm hängt ganz locker nach unten.
Durchführung: Bewegen Sie den Oberkörper sanft vor und zurück und zur Seite, sodass der Arm von allein mitschwingt – wie ein Pendel. Später kleine Kreise in beide Richtungen.
Dosis: 2- bis 3-mal täglich je 1 bis 2 Minuten.
Wichtig: Der Arm bleibt locker, die Bewegung kommt aus dem Oberkörper. Die Übung soll lockern und den Schmerz lindern, nicht anstrengen.
Übung 2: Schulterblätter einstellenStufe 1
Ausgangsposition: Aufrecht sitzen oder stehen, Blick geradeaus, Arme hängen locker.
Durchführung: Ziehen Sie beide Schulterblätter sanft nach hinten und unten – als wollten Sie die Schulterblattspitzen in die hinteren Hosentaschen schieben. Etwa ein Drittel Ihrer Kraft genügt.
Dosis: 10-mal je 8 bis 10 Sekunden halten, 2-mal täglich. Gut auch zwischendurch im Alltag, z. B. am Schreibtisch.
Wichtig: Schultern nicht hochziehen, kein Hohlkreuz.
Übung 3: Anspannen ohne Bewegung – Außendrehung an der WandStufe 1
Ausgangsposition: Stellen Sie sich seitlich an eine Wand oder einen Türrahmen. Der Ellenbogen der betroffenen Seite liegt am Körper und ist rechtwinklig gebeugt, der Handrücken berührt die Wand.
Durchführung: Drücken Sie den Handrücken sanft gegen die Wand nach außen, ohne dass sich der Arm bewegt. Spannung 5 bis 10 Sekunden halten, dann lösen.
Dosis: 5 bis 8 Wiederholungen, 2-mal täglich. Beginnen Sie mit etwa einem Drittel Ihrer Kraft und steigern Sie bis zur Hälfte.
Wichtig: Solches Anspannen ohne Bewegung lindert bei vielen Menschen den Schmerz. Wird es schlimmer, drücken Sie schwächer.
Übung 4: Außendrehung mit dem TherabandStufe 2
Ausgangsposition: Aufrecht stehen. Ellenbogen rechtwinklig gebeugt und am Körper. Klemmen Sie ein kleines zusammengerolltes Handtuch zwischen Ellenbogen und Rumpf. Halten Sie das Theraband mit beiden Händen, die Daumen zeigen nach oben.
Durchführung: Drehen Sie den Unterarm der betroffenen Seite langsam gegen den Zug des Bandes nach außen – nur so weit, wie es angenehm ist. 2 Sekunden halten und langsam (3 bis 4 Sekunden) zurückführen.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Wichtig: Das Handtuch darf nicht herunterfallen – so bleibt der Ellenbogen am Körper.
Übung 5: Rudern mit dem TherabandStufe 2
Ausgangsposition: Befestigen Sie das Band in Brusthöhe, z. B. an einer Türklinke (Tür abschließen). Stellen Sie sich mit leicht gebeugten Knien davor und fassen Sie beide Enden, die Arme sind nach vorn gestreckt.
Durchführung: Ziehen Sie die Ellenbogen nah am Körper nach hinten und führen Sie dabei die Schulterblätter zusammen. Kurz halten, langsam zurück.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Wichtig: Brustkorb bleibt aufgerichtet, Schultern bleiben unten.
Übung 6: Arm heben bis SchulterhöheStufe 3
Ausgangsposition: Aufrecht stehen, Schulterblätter eingestellt (Übung 2). Eine leichte Wasserflasche (0,5 Liter) in der Hand, Daumen zeigt nach oben.
Durchführung: Heben Sie den gestreckten Arm schräg nach vorn-außen (etwa 30° vor der Seitlinie) langsam bis Schulterhöhe und senken Sie ihn noch langsamer wieder ab.
Dosis: 3 Durchgänge mit 10 Wiederholungen, jeden zweiten Tag. Steigern auf 1 Liter, wenn es leicht fällt.
Wichtig: Nur im grünen Ampelbereich. Liegt der schmerzhafte Bogen noch unterhalb der Schulterhöhe, heben Sie nur bis kurz davor.
Im Alltag hilft
- Arbeiten über Kopfhöhe vorübergehend reduzieren; Dinge, die Sie oft brauchen, in Brusthöhe lagern.
- Nachts nicht auf der schmerzenden Schulter liegen. In Rückenlage oder auf der gesunden Seite ein Kissen unter bzw. vor den Arm legen.
- Kühlen (in ein Tuch gewickelt, 10 bis 15 Minuten) lindert akute Schmerzen.
- TENS (Reizstrom) kann ergänzend Schmerzen lindern, verspannte Muskeln (Delta- und Brustmuskel) lockern und die Durchblutung fördern – als Ergänzung zum Training, nicht als Ersatz.
Zum Ansehen und Weiterlesen
▶Impingement-Syndrom einfach erklärtYouTube-Video · Klinik am Ring, Köln ▶Pendelübung mit einer Flasche
YouTube-Video · Physio-Aktiv ▶Kräftigung der Rotatorenmanschette mit dem Theraband
YouTube-Video · Impuls Physio Cottbus
- Schulterschmerzen – Ursachen und Behandlung (gesundheitsinformation.de, IQWiG)
- Entscheidungshilfe: Training oder Operation? (gesundheitsinformation.de, IQWiG)
- Wie funktioniert die Schulter? – mit Abbildungen (gesundheitsinformation.de, IQWiG)
Externe Angebote: Für deren Inhalte sind die jeweiligen Anbieter verantwortlich. Bei Abweichungen gilt der Übungsplan auf dieser Seite bzw. die Absprache mit uns.
Nachbehandlung nach Schulterdach-Operation
Bei der arthroskopischen Schulterdach-Erweiterung (subakromiale Dekompression, „SAD“ oder „ASD“) wird der entzündete Schleimbeutel entfernt und ggf. knöcherner Raum unter dem Schulterdach geschaffen. Wurde zusätzlich die lange Bizepssehne neu verankert (SAD + LBS-Tenodese), gilt die Nachbehandlung unter Erkrankungen der langen Bizepssehne. Welche Operation bei Ihnen erfolgt ist, steht in Ihrem Arztbrief.
Schulterdach-Erweiterung (SAD/ASD) – auch nach Kalkentfernung
Hier wurde nichts genäht. Sie dürfen den Arm deshalb von Anfang an im schmerzarmen Bereich frei bewegen. Die Schmerzen bestimmen das Tempo.
- Schlinge: Nur für die ersten Tage, wenn sie Ihnen Schmerzen erspart (meist bis zu einer Woche). Danach weglassen.
- Fäden: Entfernung nach 10 bis 14 Tagen.
Woche 1 bis 2
Woche 3 bis 6
ab Woche 7
Falls Sie eine Schlinge tragen, nehmen Sie sie für die Übungen ab.
Übung 1: Hand- und Ellenbogenpumpeab Tag 1
Durchführung: Im Sitzen den Unterarm auf dem Oberschenkel oder einem Kissen ablegen. Faust kräftig schließen und weit öffnen, Handgelenk kreisen. Danach den Ellenbogen langsam beugen und strecken – ohne Gewicht in der Hand.
Dosis: Mehrmals täglich je 20 Wiederholungen.
Warum: Die Muskelpumpe beugt Schwellung vor und hält Ellenbogen und Hand beweglich.
Übung 2: Pendelnab Tag 1
Durchführung: Wie im Übungsplan ohne Operation beschrieben: Oberkörper vorbeugen, mit dem gesunden Arm abstützen, den operierten Arm locker hängen und durch kleine Bewegungen des Oberkörpers mitschwingen lassen.
Dosis: 3-mal täglich 1 bis 2 Minuten.
Übung 3: Tischgleitenab Tag 1
Ausgangsposition: Vor einen glatten Tisch setzen. Ein Handtuch auf den Tisch legen und den Unterarm des operierten Armes darauf ablegen.
Durchführung: Beugen Sie den Oberkörper aus der Hüfte langsam nach vorn. Dadurch gleitet der Arm auf dem Tuch über den Tisch, ohne dass die Schultermuskeln arbeiten müssen. Wieder aufrichten.
Dosis: 2- bis 3-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 4: Arm heben mit Hilfe der gesunden Hand (im Liegen)ab Tag 1
Ausgangsposition: Rückenlage, Knie angestellt. Fassen Sie das Handgelenk des operierten Armes mit der gesunden Hand.
Durchführung: Die gesunde Hand führt den operierten Arm langsam nach oben Richtung Decke und weiter Richtung Kopf, so weit es angenehm ist. Langsam zurück. Der operierte Arm bleibt dabei locker.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 5: Wandkrabbelnab Woche 2
Durchführung: Stellen Sie sich mit dem Gesicht zur Wand. „Krabbeln“ Sie mit den Fingern des operierten Armes langsam an der Wand nach oben, so weit es angenehm ist. Oben kurz halten, dann langsam wieder herunter. Später das Gleiche seitlich zur Wand.
Dosis: 2- bis 3-mal täglich 5 bis 10 Wiederholungen.
Übung 6: Kräftigung mit dem Therabandab Woche 3
Durchführung: Außendrehung und Rudern wie im Übungsplan ohne Operation (Übungen 4 und 5), mit dem leichtesten Band beginnen.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Zum Ansehen
▶Übungen und Tipps nach Impingement-OperationYouTube-Video · Klinik am Ring, Köln
- Kleine Schultertrainingsfibel – Pendel-, Stab- und Theraband-Übungen mit Fotos (PDF) (Ev. Klinikum Bethel, Bielefeld)
Externe Angebote zeigen den Ablauf anderer Kliniken. Zeitpunkte und Grenzen richten sich nach Ihrem Arztbrief und dieser Seite.
2. Riss der Rotatorenmanschette
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Was ist das? Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln, deren Sehnen den Oberarmkopf wie eine Manschette umfassen. Sie halten ihn in der Gelenkpfanne und drehen und heben den Arm. Am häufigsten reißt die obere Sehne (Supraspinatussehne).
Wie entsteht es? Meist durch Verschleiß, der mit dem Alter zunimmt – oft ohne besonderen Anlass. Seltener reißt eine Sehne bei einem Sturz oder Ruck. Typisch sind Schmerzen beim Heben und Drehen des Armes, nächtliche Schmerzen beim Liegen auf der Seite und manchmal Kraftverlust.
Ergänzend zum Training: TENS (Reizstrom) kann ergänzend Schmerzen lindern, verspannte Muskeln (Delta- und Brustmuskel) lockern und die Durchblutung fördern.
Übungsplan ohne Operation – in drei Stufen
Ziel: Beweglichkeit erhalten, Schulterblatt und die noch intakten Muskeln kräftigen und vor allem den großen Deltamuskel trainieren, der das Heben des Armes übernehmen kann.
Übung 1: Pendeln und TischgleitenStufe 1
Pendeln: Oberkörper vorbeugen, mit dem gesunden Arm am Tisch abstützen, den betroffenen Arm locker hängen und durch kleine Bewegungen des Oberkörpers mitschwingen lassen.
Tischgleiten: Vor einem Tisch sitzen, Unterarm auf ein Handtuch legen und durch Vorbeugen des Oberkörpers den Arm über den Tisch nach vorn gleiten lassen.
Dosis: Jeweils 2- bis 3-mal täglich, Pendeln 1 bis 2 Minuten, Tischgleiten 10 Wiederholungen.
Übung 2: Schulterblätter aktivieren im SitzenStufe 1
Ausgangsposition: Aufrecht auf einem Stuhl mit Lehne sitzen. Ellenbogen rechtwinklig gebeugt neben dem Körper.
Durchführung: Drücken Sie beide Ellenbogen sanft nach hinten gegen die Rückenlehne und ziehen Sie gleichzeitig die Schulterblätter nach hinten-unten zusammen. 6 Sekunden halten, langsam lösen.
Dosis: 3 Durchgänge mit 10 Wiederholungen, täglich.
Übung 3: Anspannen ohne Bewegung – Außendrehung an der WandStufe 1
Ausgangsposition: Seitlich an eine Wand oder einen Türrahmen stellen. Der Ellenbogen der betroffenen Seite liegt am Körper und ist rechtwinklig gebeugt, der Handrücken liegt an der Wand.
Durchführung: Handrücken mit etwa einem Drittel bis der Hälfte Ihrer Kraft gegen die Wand drücken, ohne dass sich der Arm bewegt. 6 Sekunden halten, lösen.
Dosis: 3 Durchgänge mit 8 Wiederholungen, täglich.
Wichtig: Die Muskeln arbeiten dabei, ohne dass sich das Gelenk bewegt – das ist meist auch bei Schmerzen gut verträglich. Schultern nicht hochziehen.
Übung 4: Deltamuskel-Training im LiegenStufe 2
Ausgangsposition: Rückenlage, Knie angestellt. Heben Sie den betroffenen Arm – anfangs mit Hilfe der gesunden Hand – gestreckt senkrecht zur Decke.
Durchführung: Halten Sie den Arm senkrecht und machen Sie langsame kleine Bewegungen: etwas Richtung Kopf und zurück, später kleine Kreise. Gelingt das sicher, führen Sie den Arm allein von der Seite des Körpers bis nach oben.
Steigerung: Übung mit dem Oberkörper leicht erhöht (Kissen hinter dem Rücken), später halb sitzend und schließlich im Sitzen. Danach eine kleine Wasserflasche (0,5 Liter) in die Hand nehmen.
Dosis: 3 Durchgänge mit 10 Wiederholungen, täglich.
Warum im Liegen: In Rückenlage muss der Arm kaum gegen die Schwerkraft gehoben werden. So können Sie den Deltamuskel trainieren, auch wenn das Heben im Stehen noch nicht gelingt.
Übung 5: Außendrehung mit dem TherabandStufe 2
Durchführung: Ellenbogen rechtwinklig gebeugt am Körper, ein zusammengerolltes Handtuch zwischen Ellenbogen und Rumpf. Unterarm langsam gegen den Zug des Bandes nach außen drehen, 2 Sekunden halten, langsam zurück.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag. Mit dem leichtesten Band beginnen.
Übung 6: Rudern und Arm heben im StehenStufe 3
Rudern: Band in Brusthöhe befestigen, Ellenbogen nah am Körper nach hinten ziehen, Schulterblätter zusammenführen (3 × 12 bis 15).
Arm heben: Daumen nach oben, Arm schräg nach vorn-außen langsam bis Schulterhöhe heben und noch langsamer senken (3 × 10). Zunächst ohne Gewicht, dann mit 0,5 Liter.
Dosis: Jeden zweiten Tag.
Zum Ansehen und Weiterlesen
▶Kräftigung der Rotatorenmanschette mit dem TherabandYouTube-Video · Impuls Physio Cottbus
- Wie funktioniert die Schulter? – Abbildung der Rotatorenmanschette (gesundheitsinformation.de, IQWiG)
- Kleine Schultertrainingsfibel – Pendel-, Stab- und Theraband-Übungen mit Fotos (PDF) (Ev. Klinikum Bethel, Bielefeld)
Externe Angebote: Für deren Inhalte sind die jeweiligen Anbieter verantwortlich.
Nachbehandlung nach Naht der Supraspinatussehne
Warum so vorsichtig?
Die genähte Sehne muss am Knochen wieder anwachsen. In den ersten 6 Wochen hält vor allem die Naht. Der Arm darf in dieser Zeit nicht aus eigener Kraft angehoben werden und nichts tragen. Fest belastbar ist die Sehne erst nach etwa 3 Monaten – auch wenn sich die Schulter vorher schon gut anfühlt. Die Physiotherapie ist für ein gutes Ergebnis entscheidend – eine Bewegungsschiene ersetzt sie nicht.
- Lagerung: 6 Wochen Schulterabduktionskissen oder Schulterorthese (z. B. „Schulter-Fix“). Welche Lagerung Sie bekommen, steht in Ihrem Arztbrief.
- Fäden: Entfernung nach 8 bis 10 Tagen.
- Bewegungsschiene (CPM): Eine motorbetriebene Bewegungsschiene bzw. ein Bewegungsstuhl unterstützt die Nachbehandlung. Bei stationärer Behandlung organisieren wir sie für Sie; nach einer ambulanten Operation erhalten Sie dafür ein Rezept.
Woche 1 bis 6
- seitlich und nach vorn: höchstens bis Schulterhöhe (unter 90°),
- Außendrehung: bei angelegtem Ellenbogen den Unterarm nur ein kleines Stück (unter 20°) über „gerade nach vorn“ hinaus nach außen drehen,
- Innendrehung: bis zum Bauch erlaubt,
- kein Griff hinter den Rücken (Schürzengriff) und kein Griff in den Nacken (Nackengriff).
ab Woche 7
ab Woche 9
Alltag mit Kissen oder Orthese
- Anziehen: zuerst den operierten Arm in den Ärmel, dann den gesunden. Ausziehen umgekehrt. Weite Oberteile mit Knöpfen oder Reißverschluss sind am einfachsten.
- Schlafen: mit Kissen bzw. Orthese, halb aufrecht oder in Rückenlage. Nicht auf der operierten Seite liegen.
- Kühlen mehrmals täglich 10 bis 15 Minuten (in ein Tuch gewickelt) gegen Schmerz und Schwellung.
- Autofahren ist mit Kissen oder Orthese nicht erlaubt. Wann Sie wieder fahren können, besprechen wir mit Ihnen.
- Wann Sie duschen dürfen, sagen wir Ihnen bei der Wundkontrolle.
Für die Übungen nehmen Sie Kissen bzw. Orthese ab und legen sie danach wieder an – sofern Ihre Physiotherapie nichts anderes zeigt.
Übung 1: Hand- und Ellenbogenpumpeab Tag 1
Durchführung: Unterarm auf dem Oberschenkel oder einem Kissen ablegen. Faust kräftig schließen und öffnen, Handgelenk kreisen, Ellenbogen langsam beugen und strecken. Der Oberarm bleibt dabei ruhig am Körper.
Dosis: Mehrmals täglich je 20 Wiederholungen.
Übung 2: Schulterblätter einstellenab Tag 1
Durchführung: Im Sitzen beide Schulterblätter sanft nach hinten-unten ziehen und 5 Sekunden halten. Der operierte Arm bleibt dabei auf dem Kissen oder locker auf dem Oberschenkel liegen.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 3: Sanftes Anspannen ohne Bewegungab Tag 1
Durchführung: Arm in der Ruheposition. Die gesunde Hand liegt am operierten Unterarm. Drücken Sie den operierten Arm ganz sanft gegen die gesunde Hand – nach innen, nach vorn und nach außen –, ohne dass er sich bewegt. 5 Sekunden halten.
Dosis: Je Richtung 5 bis 10 Wiederholungen, 2-mal täglich. Nur leichte Kraft (etwa ein Viertel), so wie es Ihnen die Physiotherapie zeigt.
Übung 4: Tischgleitenab Tag 1
Ausgangsposition: Vor einen glatten Tisch setzen, ein Handtuch auf den Tisch legen und den Unterarm des operierten Armes darauf ablegen.
Durchführung: Beugen Sie den Oberkörper aus der Hüfte langsam nach vorn. Der Arm gleitet dadurch auf dem Tuch nach vorn, ohne dass die Schultermuskeln arbeiten. Wieder aufrichten.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen, sehr langsam.
Wichtig: Den Arm nicht selbst anheben oder nach vorn schieben – die Bewegung kommt nur aus dem Oberkörper.
Übung 5: Arm heben mit Hilfe der gesunden Hand (im Liegen)ab Tag 1
Durchführung: Rückenlage, Knie angestellt. Die gesunde Hand fasst das Handgelenk des operierten Armes und führt ihn langsam nach oben – höchstens bis der Arm senkrecht zur Decke zeigt (das entspricht Schulterhöhe). Langsam zurück. Der operierte Arm bleibt locker.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 6: Bewegungsschiene und Kühlenab Tag 1
Bewegungsschiene: Nach der Einweisung täglich nutzen, Bewegungsumfang innerhalb der oben genannten Grenzen.
Kühlen: Mehrmals täglich 10 bis 15 Minuten, nie direkt auf die Haut.
Übung 7: Arm aktiv heben – erst mit kurzem Hebelab Woche 7
Durchführung: Rückenlage. Heben Sie den operierten Arm aus eigener Kraft langsam Richtung Decke und weiter Richtung Kopf – anfangs mit gebeugtem Ellenbogen (kurzer Hebel), später mit gestrecktem Arm. Anfangs darf die gesunde Hand unterstützen.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen. Später im Sitzen und Stehen.
Übung 8: Wandkrabbeln und Stabübungenab Woche 7
Wandkrabbeln: Mit den Fingern langsam an der Wand nach oben „krabbeln“, erst mit dem Gesicht zur Wand, später seitlich.
Stab: Im Liegen einen Besenstiel mit beiden Händen fassen und gemeinsam über den Kopf führen. Für die Außendrehung: Ellenbogen am Körper, die gesunde Hand schiebt den Stab, sodass die operierte Hand nach außen wandert.
Dosis: Je 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 9: Theraband-Trainingab Woche 9
Durchführung: Außendrehung (Handtuch zwischen Ellenbogen und Rumpf) und Rudern wie im Übungsplan ohne Operation. Mit dem leichtesten Band beginnen und langsam steigern.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Übung 10: Ball an der Wandab Woche 9
Durchführung: Vor einer Wand stehen und einen kleinen Ball oder ein festes Kissen in Brusthöhe mit der flachen Hand gegen die Wand drücken. Mit dem Ball kleine Kreise oder Buchstaben „malen“. Schulterblatt bleibt hinten-unten.
Dosis: 3 Durchgänge à 30 bis 45 Sekunden.
Übungen mit Fotos
- Kleine Schultertrainingsfibel – Pendel-, Stab- und Theraband-Übungen mit Fotos (PDF) (Ev. Klinikum Bethel, Bielefeld)
Andere Kliniken arbeiten zum Teil mit abweichenden Zeitplänen. Für Sie gelten Ihr Arztbrief und der Plan auf dieser Seite.
3. Erkrankungen der langen Bizepssehne (LBS)
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Wo verläuft die Sehne? Die lange Bizepssehne entspringt am oberen Rand der Schulterpfanne, zieht quer durch das Schultergelenk und läuft dann in einer Knochenrinne vorn am Oberarmkopf nach unten zum Bizepsmuskel. Am Eingang dieser Rinne wird sie von einer Art Schlinge gehalten, die vor allem aus Fasern der Subscapularissehne und der Supraspinatussehne (beides Sehnen der Rotatorenmanschette) und kleinen Bändern besteht.
Reizung (Tendinitis): Durch Überlastung, Arbeiten über Kopf oder Verschleiß kann die Sehne in ihrer Rinne gereizt sein. Häufig tritt das zusammen mit einem Engpass-Syndrom oder einem Schaden der Rotatorenmanschette auf. Typisch ist ein Druckschmerz vorn an der Schulter.
Behandlung ohne Operation: Da die Bizepssehne fast nie allein betroffen ist, behandeln wir sie im Grunde wie ein Engpass-Syndrom oder eine gereizte bzw. teilweise gerissene Rotatorenmanschette – Sehne und Schulterführung zugleich.
- Akute Phase: Belastung anpassen (kein schweres Heben, keine Arbeit über Kopf), den Arm aber nicht ruhigstellen. Kühlen und für kurze Zeit entzündungshemmende Mittel wie Ibuprofen oder Diclofenac (als Tablette oder Gel).
- Spritze: Kortison gezielt unter das Schulterdach oder in das Gelenk, nie in die Sehne selbst (Rissgefahr). Meist genügen eine bis höchstens zwei Spritzen.
- Training: Die Muskeln kräftigen, die den Oberarmkopf in der Pfanne zentrieren (Rotatorenmanschette, breiter Rückenmuskel) und das Schulterblatt führen. Anfangs Halteübungen ohne Bewegung, später langsames Ablassen gegen Gewicht für Bizeps und Unterarm.
- Ergänzend: fokussierte Stoßwelle bei länger bestehenden Beschwerden; TENS (Reizstrom) kann Schmerzen lindern, verspannte Muskeln (Delta- und Brustmuskel) lockern und die Durchblutung fördern – als Ergänzung zum Training, nicht als Ersatz. Ein Tape kann das Körpergefühl unterstützen, stützt aber kaum.
Bei einer einfachen Reizung bessern sich die Beschwerden meist innerhalb von 6 bis 12 Wochen. Liegt ein struktureller Schaden vor (größerer Teilriss der Sehne, Instabilität oder SLAP-Läsion), reicht das oft nicht aus.
Instabilität (Subluxation, Luxation): Ist die haltende Schlinge eingerissen, kann die Sehne teilweise oder ganz aus ihrer Rinne nach innen gleiten. Dabei wird meist die Subscapularissehne mit geschädigt, manchmal auch die Supraspinatussehne. Deshalb untersuchen wir bei einer instabilen Bizepssehne immer auch die Rotatorenmanschette, z. B. mit Ultraschall oder MRT. Eine instabile Sehne kommt meist nicht von allein zur Ruhe; dann ist eine Operation oft sinnvoll.
Verletzung am Sehnenursprung (SLAP-Läsion): Am oberen Pfannenrand kann die Gelenklippe zusammen mit dem Ursprung der Bizepssehne einreißen – etwa nach einem Sturz auf den Arm, einem kräftigen Zug am Arm oder bei Wurf- und Überkopfsportarten. Die Beschwerden ähneln denen bei einer gereizten Bizepssehne, oft mit Schmerz tief im Gelenk oder Schnappen. Wie behandelt wird, hängt von Alter, Sport und Beschwerden ab; häufig hilft zunächst Training.
Operation: Meist wird die Sehne aus dem Gelenk gelöst und in der Rinne bzw. etwas tiefer am Oberarm neu verankert (Tenodese), seltener nur durchtrennt (Tenotomie). Das geschieht arthroskopisch, oft zusammen mit einer Schulterdach-Erweiterung. Ist die Subscapularis- oder Supraspinatussehne mit verletzt, wird sie in derselben Operation genäht – dann gilt die längere Nachbehandlung nach Sehnennaht (siehe Riss der Rotatorenmanschette, Nachbehandlung nach Operation).
Übungsplan ohne Operation – in drei Stufen
Ziel: Die gereizte Sehne entlasten, den Schmerz lindern und die Muskeln kräftigen, die Oberarmkopf und Schulterblatt führen – ähnlich wie beim Engpass-Syndrom. Der Bizeps selbst wird erst in Stufe 3 und dann behutsam belastet. Gehen Sie zur nächsten Stufe, wenn die Übungen im grünen Ampelbereich gelingen – meist nach 1 bis 3 Wochen.
Übung 1: PendelnStufe 1
Ausgangsposition: Stellen Sie sich neben einen Tisch. Beugen Sie den Oberkörper nach vorn und stützen Sie sich mit dem gesunden Arm sicher auf dem Tisch ab. Der schmerzende Arm hängt ganz locker nach unten.
Durchführung: Bewegen Sie den Oberkörper sanft vor und zurück und zur Seite, sodass der Arm von allein mitschwingt – wie ein Pendel. Später kleine Kreise in beide Richtungen.
Dosis: 2- bis 3-mal täglich je 1 bis 2 Minuten.
Wichtig: Kein Gewicht in der Hand. Der Arm bleibt locker, die Bewegung kommt aus dem Oberkörper.
Übung 2: Schulterblätter einstellenStufe 1
Ausgangsposition: Aufrecht sitzen oder stehen, Blick geradeaus, Arme hängen locker.
Durchführung: Ziehen Sie beide Schulterblätter sanft nach hinten und unten – als wollten Sie die Schulterblattspitzen in die hinteren Hosentaschen schieben. Etwa ein Drittel Ihrer Kraft genügt.
Dosis: 10-mal je 8 bis 10 Sekunden halten, 2-mal täglich, gern auch zwischendurch im Alltag.
Wichtig: Schultern nicht hochziehen, kein Hohlkreuz. Eine aufrechte Haltung nimmt Druck von der Sehne vorn an der Schulter.
Übung 3: Bizeps anspannen ohne BewegungStufe 1
Ausgangsposition: Aufrecht an einen Tisch setzen. Der Ellenbogen der betroffenen Seite liegt am Körper und ist rechtwinklig gebeugt, die Handfläche zeigt nach oben und liegt von unten an der Tischplatte.
Durchführung: Drücken Sie die Hand sanft von unten gegen die Tischplatte, ohne dass sich der Arm bewegt. Spannung 5 bis 10 Sekunden halten, dann lösen.
Dosis: 5 bis 8 Wiederholungen, 2-mal täglich. Beginnen Sie mit etwa einem Drittel Ihrer Kraft.
Wichtig: Solches Anspannen ohne Bewegung lindert bei vielen Menschen den Sehnenschmerz. Schmerzt es vorn an der Schulter stärker, drücken Sie schwächer oder lassen die Übung vorerst weg.
Übung 4: Außendrehung mit dem TherabandStufe 2
Ausgangsposition: Aufrecht stehen. Ellenbogen rechtwinklig gebeugt und am Körper. Klemmen Sie ein kleines zusammengerolltes Handtuch zwischen Ellenbogen und Rumpf. Halten Sie das Theraband mit beiden Händen, die Daumen zeigen nach oben.
Durchführung: Drehen Sie den Unterarm der betroffenen Seite langsam gegen den Zug des Bandes nach außen – nur so weit, wie es angenehm ist. 2 Sekunden halten und langsam (3 bis 4 Sekunden) zurückführen.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Wichtig: Das Handtuch darf nicht herunterfallen – so bleibt der Ellenbogen am Körper.
Übung 5: Rudern mit dem TherabandStufe 2
Ausgangsposition: Befestigen Sie das Band in Brusthöhe, z. B. an einer Türklinke (Tür abschließen). Stellen Sie sich mit leicht gebeugten Knien davor und fassen Sie beide Enden, die Arme sind nach vorn gestreckt.
Durchführung: Ziehen Sie die Ellenbogen nah am Körper nach hinten und führen Sie dabei die Schulterblätter zusammen. Kurz halten, langsam zurück.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Wichtig: Brustkorb bleibt aufgerichtet, Schultern bleiben unten.
Übung 6: Langsames Ablassen (Bizeps)Stufe 3
Ausgangsposition: Aufrecht sitzen, der Oberarm liegt am Körper. Eine leichte Wasserflasche (0,5 Liter) in der Hand der betroffenen Seite, Handfläche nach oben.
Durchführung: Beugen Sie den Ellenbogen mit Hilfe der gesunden Hand nach oben. Dann lassen Sie die Flasche allein mit dem betroffenen Arm ganz langsam (etwa 4 bis 5 Sekunden) wieder ab, bis der Arm fast gestreckt ist.
Dosis: 3 Durchgänge mit 10 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag. Steigern auf 1 Liter, wenn es leicht fällt.
Wichtig: Ein leichtes Ziehen in der Sehne ist erlaubt, wenn es bis zum nächsten Morgen wieder abklingt (grüner Ampelbereich).
Übung 7: Arm heben bis SchulterhöheStufe 3
Ausgangsposition: Aufrecht stehen, Schulterblätter eingestellt (Übung 2). Eine leichte Wasserflasche (0,5 Liter) in der Hand, Daumen zeigt nach oben.
Durchführung: Heben Sie den Arm schräg nach vorn-außen langsam bis Schulterhöhe und senken Sie ihn noch langsamer wieder ab. Der Ellenbogen bleibt dabei leicht gebeugt.
Dosis: 3 Durchgänge mit 10 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Wichtig: Nur im grünen Ampelbereich. Schmerzt es vorn an der Schulter, heben Sie nur bis kurz davor.
Im Alltag hilft
- Lasten nah am Körper und mit gebeugtem Ellenbogen tragen, nicht mit ausgestrecktem Arm heben (z. B. Wasserkästen, Einkaufstaschen).
- Den Arm nicht ganz ruhigstellen – schonen ja, aber in Bewegung bleiben.
- TENS (Reizstrom) kann ergänzend Schmerzen lindern, verspannte Muskeln (Delta- und Brustmuskel) lockern und die Durchblutung fördern – als Ergänzung zum Training, nicht als Ersatz.
- Arbeiten über Kopfhöhe vorübergehend reduzieren.
- Kühlen (in ein Tuch gewickelt, 10 bis 15 Minuten) lindert akute Schmerzen.
Zum Weiterlesen
- Wie funktioniert die Schulter? – mit Abbildungen (gesundheitsinformation.de, IQWiG)
- Schulterschmerzen – Ursachen und Behandlung (gesundheitsinformation.de, IQWiG)
Externe Angebote: Für deren Inhalte sind die jeweiligen Anbieter verantwortlich. Bei Abweichungen gilt der Übungsplan auf dieser Seite bzw. die Absprache mit uns.
Nachbehandlung nach Neuverankerung der Bizepssehne (LBS-Tenodese)
Die neu verankerte Bizepssehne muss einheilen. Das gilt auch, wenn gleichzeitig das Schulterdach erweitert wurde (SAD + LBS-Tenodese). Wurde zusätzlich die Subscapularis- oder Supraspinatussehne genäht, gilt die Nachbehandlung nach Sehnennaht (siehe Riss der Rotatorenmanschette). Welche Operation bei Ihnen erfolgt ist, steht in Ihrem Arztbrief.
Das Wichtigste
6 Wochen lang keine Kraft und keine Last über Ellenbogen und Handgelenk – also nichts tragen oder heben mit dem operierten Arm, kein Ellenbogenbeugen gegen Widerstand.
- Armschlinge (Immobilizer): 6 Wochen: in den ersten 2 Wochen Tag und Nacht, danach 4 Wochen nur noch nachts.
- Fäden: Entfernung nach 14 Tagen.
Woche 1 bis 6
Woche 7 und 8
ab Woche 9
Für die Übungen nehmen Sie die Schlinge ab und legen sie danach wieder an.
Übung 1: Hand- und Ellenbogenpumpeab Tag 1
Durchführung: Im Sitzen den Unterarm auf dem Oberschenkel oder einem Kissen ablegen. Faust kräftig schließen und weit öffnen, Handgelenk kreisen. Danach den Ellenbogen langsam beugen und strecken – ohne Gewicht in der Hand.
Dosis: Mehrmals täglich je 20 Wiederholungen.
Warum: Die Muskelpumpe beugt Schwellung vor und hält Ellenbogen und Hand beweglich.
Übung 2: Pendelnab Tag 1
Durchführung: Neben einen Tisch stellen, Oberkörper vorbeugen und mit dem gesunden Arm abstützen. Den operierten Arm locker hängen lassen und durch kleine Bewegungen des Oberkörpers mitschwingen lassen.
Dosis: 3-mal täglich 1 bis 2 Minuten, ohne Gewicht in der Hand.
Übung 3: Tischgleitenab Tag 1
Ausgangsposition: Vor einen glatten Tisch setzen. Ein Handtuch auf den Tisch legen und den Unterarm des operierten Armes darauf ablegen.
Durchführung: Beugen Sie den Oberkörper aus der Hüfte langsam nach vorn. Dadurch gleitet der Arm auf dem Tuch über den Tisch, ohne dass die Schultermuskeln arbeiten müssen. Wieder aufrichten.
Dosis: 2- bis 3-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 4: Arm heben mit Hilfe der gesunden Hand (im Liegen)ab Tag 1
Ausgangsposition: Rückenlage, Knie angestellt. Fassen Sie das Handgelenk des operierten Armes mit der gesunden Hand.
Durchführung: Die gesunde Hand führt den operierten Arm langsam nach oben Richtung Decke und weiter Richtung Kopf, so weit es angenehm ist. Langsam zurück. Der operierte Arm bleibt dabei locker.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 5: Wandkrabbelnab Woche 7
Durchführung: Stellen Sie sich mit dem Gesicht zur Wand. „Krabbeln“ Sie mit den Fingern des operierten Armes langsam an der Wand nach oben, so weit es angenehm ist. Oben kurz halten, dann langsam wieder herunter. Später das Gleiche seitlich zur Wand.
Dosis: 2- bis 3-mal täglich 5 bis 10 Wiederholungen.
Übung 6: Kräftigung mit dem Therabandab Woche 7
Durchführung: Außendrehung: Ellenbogen rechtwinklig gebeugt am Körper (Handtuch zwischen Ellenbogen und Rumpf), Theraband mit beiden Händen halten und den Unterarm langsam nach außen drehen. Rudern: Band in Brusthöhe befestigen, die Ellenbogen nah am Körper nach hinten ziehen und die Schulterblätter zusammenführen. Mit dem leichtesten Band beginnen.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Übung 7: Bizeps-Kraftaufbauab Woche 7
Durchführung: Im Sitzen, Oberarm am Körper. Mit einer leichten Wasserflasche (0,5 Liter) den Ellenbogen langsam beugen und noch langsamer wieder strecken. Ab Woche 9 schrittweise steigern.
Dosis: 3 Durchgänge mit 10 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Wichtig: Nur im grünen Ampelbereich. Schweres Heben und Tragen erst ab Woche 9.
Zum Ansehen
- Kleine Schultertrainingsfibel – Pendel-, Stab- und Theraband-Übungen mit Fotos (PDF) (Ev. Klinikum Bethel, Bielefeld)
Externe Angebote zeigen den Ablauf anderer Kliniken. Zeitpunkte und Grenzen richten sich nach Ihrem Arztbrief und dieser Seite.
4. Instabile Schulter, ausgekugelte Schulter & Verletzung der Gelenklippe
Mehr erfahren
Was ist das? Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers. Gehalten wird sie von Gelenkkapsel, Bändern, der knorpeligen Gelenklippe (Labrum) und den Muskeln. Springt der Oberarmkopf aus der Pfanne („Auskugeln“, Luxation), reißt dabei häufig die Gelenklippe vorne unten ab (Bankart-Läsion). Danach kann die Schulter erneut auskugeln oder sich unsicher anfühlen.
Zwei Formen: Nach einem Unfall (traumatische Instabilität) – hier ist das Risiko für erneutes Auskugeln besonders bei jungen, sportlich aktiven Menschen hoch, sodass wir eine Operation früh besprechen. Ohne Unfall bei angeboren lockeren Bändern (atraumatische Instabilität) – hier ist gezieltes Muskeltraining die wichtigste Behandlung.
Stabilitätstraining – in drei Stufen
Ziel: Die Muskeln rund um die Schulter sollen den Oberarmkopf sicher in der Pfanne halten und schnell reagieren. Nach einem frischen Auskugeln beginnen Sie erst nach Absprache mit uns, meist nach einer kurzen Ruhigstellung.
Übung 1: Anspannen in vier RichtungenStufe 1
Ausgangsposition: Aufrecht stehen, Ellenbogen rechtwinklig gebeugt am Körper.
Durchführung: Drücken Sie nacheinander ohne Bewegung: den Handrücken nach außen gegen eine Wand, die Handfläche nach innen gegen einen Türrahmen, die Faust nach vorn gegen die Wand und den Ellenbogen nach hinten gegen die Wand. Jeweils 5 bis 10 Sekunden mit etwa der Hälfte Ihrer Kraft halten.
Dosis: Je Richtung 8 Wiederholungen, 2-mal täglich.
Übung 2: Schulterblätter einstellenStufe 1
Durchführung: Aufrecht sitzen oder stehen, beide Schulterblätter sanft nach hinten-unten ziehen und 8 bis 10 Sekunden halten.
Dosis: 10 Wiederholungen, 2-mal täglich.
Übung 3: Ball an der WandStufe 2
Ausgangsposition: Etwa eine Armlänge vor einer Wand stehen. Einen kleinen Ball oder ein festes Kissen mit der flachen Hand in Brusthöhe gegen die Wand drücken, Arm leicht gebeugt.
Durchführung: Mit dem Ball kleine Kreise oder die Buchstaben des Alphabets an die Wand „malen“. Schulterblatt bleibt hinten-unten.
Dosis: 3 Durchgänge à 30 bis 45 Sekunden.
Übung 4: Außen- und Innendrehung mit dem TherabandStufe 2
Durchführung: Ellenbogen rechtwinklig am Körper, Handtuch zwischen Ellenbogen und Rumpf. Für die Außendrehung den Unterarm gegen den Zug nach außen drehen. Für die Innendrehung das Band seitlich an der Türklinke befestigen und den Unterarm nach innen zum Bauch ziehen.
Dosis: Je 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Wichtig: Die Außendrehung nur bis „gerade nach vorn“ und wenig darüber hinaus – nicht in eine weite Außendrehung gehen.
Übung 5: Liegestütz an der WandStufe 3
Ausgangsposition: Vor einer Wand stehen, Hände in Schulterhöhe und schulterbreit an der Wand.
Durchführung: Ellenbogen langsam beugen, bis die Nase fast die Wand berührt, und wieder wegdrücken. Am Ende die Schulterblätter zusätzlich ein Stück nach vorn schieben (Rücken wird leicht rund).
Dosis: 3 Durchgänge mit 10 bis 12 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Übung 6: Rudern mit dem TherabandStufe 3
Durchführung: Band in Brusthöhe befestigen, Ellenbogen nah am Körper nach hinten ziehen, Schulterblätter zusammenführen. Kurz halten, langsam zurück.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Zum Weiterlesen
- Patienteninformation Schulterinstabilität (PDF) (Klinikum Wels-Grieskirchen, Österreich)
- Wie funktioniert die Schulter? – mit Abbildungen (gesundheitsinformation.de, IQWiG)
Externe Angebote: Für deren Inhalte sind die jeweiligen Anbieter verantwortlich.
Nachbehandlung nach Labrum-Naht (Bankart-Operation)
Worauf es ankommt
Die wieder angenähte Gelenklippe und Kapsel müssen fest einheilen. In den ersten 6 Wochen sind deshalb vor allem Außendrehung und Abspreizen bis Schulterhöhe tabu – das ist die Stellung, in der die Schulter ausgekugelt ist. Der Arm wird in dieser Zeit nur passiv oder mit Hilfe bewegt.
- Wundkontrolle: Regelmäßige Wundkontrollen und Verbandswechsel. Fäden werden nach 10 Tagen entfernt.
- Armschlinge (Immobilizer): 6 Wochen: in den ersten 2 Wochen Tag und Nacht, danach 4 Wochen nur noch nachts.
- Bewegungsschiene (CPM): Eine motorbetriebene Bewegungsschiene unterstützt die Nachbehandlung. Bei stationärer Behandlung organisieren wir sie für Sie; nach einer ambulanten Operation erhalten Sie dafür ein Rezept.
Woche 1 bis 6
- seitlich und nach vorn: nur bis knapp unter Schulterhöhe (unter 80°),
- Außendrehung: bei angelegtem Ellenbogen den Unterarm nicht weiter nach außen drehen als bis „gerade nach vorn“,
- Innendrehung: bis zum Bauch erlaubt,
- kein Griff hinter den Rücken (Schürzengriff) und kein Griff in den Nacken (Nackengriff).
Woche 7 und 8
ab Woche 9
6 Monate lang
Alltag mit der Schlinge
- Anziehen: zuerst den operierten Arm in den Ärmel, dann den gesunden. Ausziehen umgekehrt.
- Schlafen: mit Schlinge, halb aufrecht oder in Rückenlage mit einem Kissen unter dem Ellenbogen. Nicht auf der operierten Seite liegen.
- Autofahren ist mit Schlinge nicht erlaubt. Wann Sie wieder fahren können, besprechen wir mit Ihnen.
- Wann Sie duschen dürfen, sagen wir Ihnen bei der Wundkontrolle.
Für die Übungen nehmen Sie die Schlinge ab und legen sie danach wieder an.
Übung 1: Hand- und Ellenbogenpumpeab Tag 1
Durchführung: Unterarm auf dem Oberschenkel oder einem Kissen ablegen. Faust schließen und öffnen, Handgelenk kreisen, Ellenbogen langsam beugen und strecken. Der Oberarm bleibt dabei ruhig am Körper.
Dosis: Mehrmals täglich je 20 Wiederholungen.
Übung 2: Schulterblätter einstellenab Tag 1
Durchführung: Im Sitzen beide Schulterblätter sanft nach hinten-unten ziehen und 5 Sekunden halten. Der operierte Arm bleibt dabei in der Schlinge oder locker auf dem Oberschenkel liegen.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 3: Tischgleiten (passiv)ab Tag 1
Ausgangsposition: Vor einen glatten Tisch setzen, ein Handtuch auf den Tisch legen und den Unterarm des operierten Armes darauf ablegen. Die Handfläche zeigt nach unten.
Durchführung: Beugen Sie den Oberkörper aus der Hüfte langsam nach vorn. Der Arm gleitet dadurch auf dem Tuch nach vorn, ohne dass die Schultermuskeln arbeiten. Wieder aufrichten.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen, sehr langsam.
Wichtig: Nur so weit vorbeugen, dass der Arm unter Schulterhöhe bleibt. Den Arm nicht nach außen drehen.
Übung 4: Arm heben mit Hilfe der gesunden Hand (im Liegen)ab Tag 1
Durchführung: Rückenlage, Knie angestellt. Die gesunde Hand fasst das Handgelenk des operierten Armes und hebt ihn langsam Richtung Decke – nur bis knapp unter Schulterhöhe (der Arm steht dann noch schräg, nicht senkrecht). Langsam zurück. Der operierte Arm bleibt locker.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 5: Arm aktiv heben, Wandkrabbelnab Woche 7
Arm heben: In Rückenlage den operierten Arm aus eigener Kraft langsam Richtung Decke und weiter Richtung Kopf führen. Später im Sitzen und Stehen.
Wandkrabbeln: Mit den Fingern langsam an der Wand nach oben „krabbeln“, erst mit dem Gesicht zur Wand, später seitlich.
Dosis: Je 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 6: Außendrehung mit dem Stab (im Liegen)ab Woche 7
Durchführung: Rückenlage, Ellenbogen am Körper, einen Besenstiel in beiden Händen. Die gesunde Hand schiebt die operierte Hand langsam nach außen bis zu einem sanften Ziehen – nicht in einen Schmerz hinein.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 7: Theraband, Ball an der Wand, Liegestütz an der Wandab Woche 9
Durchführung: Die Übungen 3 bis 6 aus dem Stabilitätstraining ohne Operation. Mit leichtem Band und wenigen Wiederholungen beginnen und langsam steigern.
Wichtig: Die „Wurfhaltung“ (Arm seitlich angehoben und weit nach außen gedreht) unter Last erst üben, wenn Ihre Physiotherapie das freigibt. 6 Monate lang keine Überkopfarbeit, kein Ball- und kein Kontaktsport.
Übungen mit Fotos
- Kleine Schultertrainingsfibel – Pendel-, Stab- und Theraband-Übungen mit Fotos (PDF) (Ev. Klinikum Bethel, Bielefeld)
Andere Kliniken arbeiten zum Teil mit abweichenden Zeitplänen. Für Sie gelten Ihr Arztbrief und der Plan auf dieser Seite.
5. Kalkschulter (Tendinosis calcarea)
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Was ist das? In einer Sehne der Rotatorenmanschette – meist der Supraspinatussehne – lagert sich Kalk ab. Viele Kalkdepots verursachen keine Beschwerden und werden nur zufällig im Röntgenbild entdeckt. Oft löst der Körper den Kalk mit der Zeit von selbst auf.
Zwei Phasen: In der ruhigen Phase ähneln die Beschwerden dem Engpass-Syndrom (Schmerz beim Armheben). Beginnt der Körper, den Kalk abzubauen, kann es zu einer akuten Phase mit sehr starken Schmerzen kommen, die Tage bis wenige Wochen anhält. Das ist unangenehm, aber oft ein Zeichen, dass sich der Kalk auflöst.
Behandlungsmöglichkeiten
- Akute Phase: Schonung, Kühlen, Schmerzmittel nach ärztlicher Absprache; bei Bedarf eine Spritze in den Schleimbeutel.
- Ruhige Phase: Übungen zur Beweglichkeit und Kräftigung – siehe Übungsplan unten.
- Stoßwellentherapie (ESWT): Wir setzen die fokussierte Stoßwelle ein, die das Kalkdepot gezielt in der Tiefe erreicht. Sie verbessert bei der Kalkschulter Schmerzen und Beweglichkeit und kann das Kalkdepot verkleinern (Gerdesmeyer et al., JAMA 2003). Die Behandlung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen; wir informieren Sie vorab über die Kosten.
- TENS (Reizstrom): kann in der ruhigen Phase ergänzend Schmerzen lindern, verspannte Muskeln (Delta- und Brustmuskel) lockern und die Durchblutung fördern.
- Operation (arthroskopische Kalkentfernung): wenn die Beschwerden trotz Behandlung über viele Monate anhalten.
Übungsplan – abhängig von der Phase
Übung 1: Pendeln und KühlenAkute Phase
Pendeln: Oberkörper vorbeugen, am Tisch abstützen, den Arm locker hängen und durch kleine Bewegungen des Oberkörpers sanft mitschwingen lassen. Mehrmals täglich 1 Minute – nur, wenn es den Schmerz nicht verstärkt.
Kühlen: 10 bis 15 Minuten, in ein Tuch gewickelt, mehrmals täglich.
Wichtig: In der akuten Phase keine Dehnungen und kein Krafttraining. Den Arm im Alltag schonen, aber nicht vollständig ruhigstellen.
Übung 2: Schulterblätter einstellenRuhige Phase
Durchführung: Aufrecht sitzen oder stehen, beide Schulterblätter sanft nach hinten-unten ziehen und 8 bis 10 Sekunden halten.
Dosis: 10 Wiederholungen, 2-mal täglich.
Übung 3: Außendrehung – erst ohne Bewegung, dann mit dem TherabandRuhige Phase
Zunächst: Handrücken bei angelegtem, rechtwinklig gebeugtem Ellenbogen sanft gegen eine Wand nach außen drücken, ohne dass sich der Arm bewegt. 5 bis 10 Sekunden halten, 8 Wiederholungen.
Später: Mit dem Theraband und einem Handtuch zwischen Ellenbogen und Rumpf den Unterarm langsam nach außen drehen. 3 × 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Übung 4: Brustmuskel-Dehnung am TürrahmenRuhige Phase
Ausgangsposition: In einen offenen Türrahmen stellen. Unterarme links und rechts an den Rahmen legen, Ellenbogen unterhalb der Schulterhöhe.
Durchführung: Mit einem Bein einen kleinen Schritt nach vorn machen, bis Sie vorn an Brust und Schulter ein angenehmes Ziehen spüren. Ruhig weiteratmen.
Dosis: 3-mal 30 Sekunden halten, täglich.
Warum: Eine verkürzte Brustmuskulatur zieht die Schultern nach vorn. Die Dehnung unterstützt eine aufrechte Haltung, die das Armheben erleichtert.
Zum Ansehen und Weiterlesen
▶Kalkschulter einfach erklärtYouTube-Video · Klinik am Ring, Köln ▶Kalkschulter ohne Operation behandeln
YouTube-Video · Klinik am Ring, Köln
- Was hilft bei Schulterschmerzen? – auch zur Stoßwellentherapie (gesundheitsinformation.de, IQWiG)
Externe Angebote: Für deren Inhalte sind die jeweiligen Anbieter verantwortlich.
Nachbehandlung nach arthroskopischer Kalkentfernung
Nach einer Kalkentfernung ohne Sehnennaht gilt derselbe Ablauf wie nach einer Schulterdach-Erweiterung: Sie dürfen den Arm von Anfang an im schmerzarmen Bereich frei bewegen. Die Schulter kann allerdings einige Wochen lang noch stärker schmerzen, bis sich die Sehne beruhigt hat. Wurde zusätzlich die Sehne genäht, gilt der Plan „Nach Sehnennaht“ unter Punkt 2.
- Schlinge: Nur für die ersten Tage, wenn sie Ihnen Schmerzen erspart (meist bis zu einer Woche).
- Fäden: Entfernung nach 10 bis 14 Tagen.
Woche 1 bis 2
Woche 3 bis 6
ab Woche 7
Übung 1: Pendelnab Tag 1
Durchführung: Oberkörper vorbeugen, mit dem gesunden Arm am Tisch abstützen, den operierten Arm locker hängen und durch kleine Bewegungen des Oberkörpers mitschwingen lassen, später auch in kleinen Kreisen.
Dosis: 3-mal täglich 1 bis 2 Minuten.
Übung 2: Tischgleitenab Tag 1
Durchführung: Vor einen glatten Tisch setzen, den Unterarm auf ein Handtuch legen. Den Oberkörper aus der Hüfte langsam nach vorn beugen, sodass der Arm über den Tisch gleitet. Wieder aufrichten.
Dosis: 2- bis 3-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 3: Arm heben mit Hilfe der gesunden Hand (im Liegen)ab Tag 1
Durchführung: Rückenlage, Knie angestellt. Die gesunde Hand fasst das Handgelenk des operierten Armes und führt ihn langsam Richtung Decke und weiter Richtung Kopf, so weit es angenehm ist. Langsam zurück.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 4: Wandkrabbelnab Woche 2
Durchführung: Mit dem Gesicht zur Wand stehen und mit den Fingern des operierten Armes langsam an der Wand nach oben „krabbeln“, so weit es angenehm ist. Oben kurz halten, langsam wieder herunter. Später das Gleiche seitlich zur Wand.
Dosis: 2- bis 3-mal täglich 5 bis 10 Wiederholungen.
Übung 5: Außendrehung mit dem Therabandab Woche 3
Durchführung: Aufrecht stehen, Ellenbogen rechtwinklig gebeugt am Körper, ein zusammengerolltes Handtuch zwischen Ellenbogen und Rumpf. Das Band mit beiden Händen halten und den Unterarm der operierten Seite langsam nach außen drehen. 2 Sekunden halten, langsam zurück.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag. Mit dem leichtesten Band beginnen.
Übung 6: Rudern mit dem Therabandab Woche 3
Durchführung: Band in Brusthöhe befestigen (z. B. Türklinke, Tür abschließen). Beide Enden fassen, die Ellenbogen nah am Körper nach hinten ziehen und die Schulterblätter zusammenführen. Kurz halten, langsam zurück.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
6. Schultersteife (Frozen Shoulder, adhäsive Kapsulitis)
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Was ist das? Die Gelenkkapsel der Schulter entzündet sich, verdickt und schrumpft. Dadurch wird die Schulter zunächst sehr schmerzhaft und dann zunehmend steif – besonders das Drehen nach außen und das Heben des Armes. Häufiger betroffen sind Menschen zwischen 40 und 60 Jahren und Menschen mit Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen.
Verlauf in drei Phasen:
- Phase 1 – schmerzhaft: starke Schmerzen, auch nachts; die Beweglichkeit nimmt ab (Wochen bis Monate).
- Phase 2 – steif: Schmerzen lassen nach, die Schulter ist aber deutlich eingesteift.
- Phase 3 – Auftauen: die Beweglichkeit kehrt langsam zurück.
Übungsplan – abhängig von der Phase
Grundregel: In Phase 1 nur im schmerzarmen Bereich bewegen. In Phase 2 und 3 bis zu einem deutlichen, aber gut erträglichen Ziehen dehnen, das nach dem Üben rasch nachlässt.
Übung 1: Pendelnab Phase 1
Durchführung: Oberkörper vorbeugen, mit dem gesunden Arm abstützen, den betroffenen Arm locker hängen und durch kleine Bewegungen des Oberkörpers mitschwingen lassen.
Dosis: 3-mal täglich 1 bis 2 Minuten.
Übung 2: Tischgleitenab Phase 1
Durchführung: Vor einem Tisch sitzen, Unterarm auf ein Handtuch legen. Durch Vorbeugen des Oberkörpers den Arm nach vorn über den Tisch gleiten lassen, kurz halten, wieder aufrichten. Später auch schräg zur Seite.
Dosis: 2- bis 3-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 3: Außendrehung mit dem Stab (im Liegen)ab Phase 2
Ausgangsposition: Rückenlage, Knie angestellt. Ellenbogen der betroffenen Seite rechtwinklig gebeugt am Körper; ein kleines Handtuch unter dem Oberarm. Einen Besenstiel oder Schirm mit beiden Händen fassen.
Durchführung: Die gesunde Hand schiebt den Stab zur Seite, sodass die Hand der betroffenen Seite langsam nach außen wandert. Der Ellenbogen bleibt am Körper. Am Dehnpunkt 15 bis 30 Sekunden halten, dann nachgeben.
Dosis: 5 Wiederholungen, 2-mal täglich.
Übung 4: Arm über Kopf führen mit dem Stab (im Liegen)ab Phase 2
Durchführung: Rückenlage. Den Stab schulterbreit mit beiden Händen fassen und mit gestreckten Armen langsam über den Kopf Richtung Unterlage führen – der gesunde Arm zieht mit. Am Dehnpunkt 15 bis 30 Sekunden halten.
Dosis: 5 Wiederholungen, 2-mal täglich.
Übung 5: Handtuch hinter dem Rückenab Phase 2
Durchführung: Ein Handtuch über die gesunde Schulter nach hinten hängen lassen. Die betroffene Hand fasst das Ende hinter dem Rücken (in Gesäßhöhe). Die gesunde Hand zieht das Tuch langsam nach oben, sodass die betroffene Hand am Rücken hochgleitet.
Dosis: 5-mal 15 bis 30 Sekunden halten, täglich.
Übung 6: Wandkrabbelnab Phase 3
Durchführung: Mit den Fingern langsam an der Wand nach oben „krabbeln“, erst mit dem Gesicht zur Wand, später seitlich. Oben kurz halten. Den höchsten Punkt mit einem Klebezettel markieren – so sehen Sie Ihre Fortschritte.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Zum Ansehen und Weiterlesen
▶Frozen Shoulder – Übungen und TippsYouTube-Video · Klinik am Ring, Köln
- Schultersteife (gesundheitsinformation.de, IQWiG)
- Schultersteife (Frozen Shoulder) (gesund.bund.de, Bundesgesundheitsministerium)
Externe Angebote: Für deren Inhalte sind die jeweiligen Anbieter verantwortlich.
Nachbehandlung nach operativer Kapsellösung
Bei der Operation wird die geschrumpfte Gelenkkapsel arthroskopisch eingeschnitten und gelöst, manchmal ergänzt durch eine vorsichtige Mobilisation in Narkose. Die Beweglichkeit, die dabei gewonnen wird, muss in den folgenden Wochen durch tägliches Üben gehalten werden – sonst kann die Schulter wieder einsteifen.
Das Wichtigste
Hier wurde nichts genäht. Bewegen Sie die Schulter vom ersten Tag an frei in alle Richtungen – im schmerzarmen Bereich, aber regelmäßig und mehrmals täglich. Eine ausreichende Schmerzbehandlung ist dafür die Voraussetzung.
- Schmerzbehandlung: Schmerzmittel regelmäßig nach Plan einnehmen, nicht erst bei starken Schmerzen. Bei stationärer Behandlung erhalten Sie in den ersten Tagen ggf. einen Schmerzkatheter, über den die Nerven der Schulter betäubt werden – so ist intensives Üben möglich.
- Schlinge: Nicht nötig – höchstens kurz zur Entlastung. Den Arm nicht über längere Zeit ruhig halten.
- Bewegungsschiene (CPM): Kann sinnvoll sein. Bei stationärer Behandlung organisieren wir sie für Sie; nach einer ambulanten Operation erhalten Sie bei Bedarf ein Rezept.
- Physiotherapie: Frühzeitig beginnen und in den ersten Wochen möglichst häufig.
ab Tag 1
sobald die Beweglichkeit gut ist
Übung 1: Pendelnab Tag 1
Durchführung: Oberkörper vorbeugen, mit dem gesunden Arm abstützen, den operierten Arm locker hängen und durch kleine Bewegungen des Oberkörpers mitschwingen lassen, auch in Kreisen.
Dosis: 1 bis 2 Minuten – gut zum Aufwärmen vor den anderen Übungen.
Übung 2: Arm über Kopf führen mit Hilfe (im Liegen)ab Tag 1
Durchführung: Rückenlage. Die gesunde Hand fasst das Handgelenk des operierten Armes (oder beide Hände einen Stab) und führt den Arm langsam über den Kopf Richtung Unterlage, so weit es geht. Am Endpunkt 15 bis 30 Sekunden halten.
Dosis: 5 bis 10 Wiederholungen.
Übung 3: Außendrehung mit dem Stab (im Liegen)ab Tag 1
Durchführung: Rückenlage, Ellenbogen der operierten Seite rechtwinklig am Körper, Besenstiel in beiden Händen. Die gesunde Hand schiebt die operierte Hand langsam nach außen. Am Endpunkt 15 bis 30 Sekunden halten.
Dosis: 5 bis 10 Wiederholungen.
Übung 4: Handtuch hinter dem Rückenab Tag 1
Durchführung: Ein Handtuch über die gesunde Schulter nach hinten hängen lassen. Die operierte Hand fasst das Ende hinter dem Rücken. Die gesunde Hand zieht das Tuch langsam nach oben.
Dosis: 5-mal 15 bis 30 Sekunden halten.
Übung 5: Wandkrabbelnab Tag 1
Durchführung: Mit den Fingern langsam an der Wand nach oben „krabbeln“, erst mit dem Gesicht zur Wand, dann seitlich. Den höchsten Punkt mit einem Klebezettel markieren.
Dosis: 10 Wiederholungen.
Übung 6: Kräftigung mit dem Therabandwenn die Beweglichkeit gut ist
Durchführung: Außendrehung: Ellenbogen rechtwinklig am Körper, Handtuch zwischen Ellenbogen und Rumpf, den Unterarm gegen den Zug des Bandes nach außen drehen. Rudern: Band in Brusthöhe befestigen, Ellenbogen nah am Körper nach hinten ziehen, Schulterblätter zusammenführen. Mit dem leichtesten Band beginnen.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
7. Schulterarthrose (Omarthrose)
Mehr erfahren
Was ist das? Der Gelenkknorpel des Schultergelenks nutzt sich ab. Typisch sind Schmerzen bei Belastung und später auch in Ruhe, zunehmende Steifigkeit und manchmal ein Reiben im Gelenk.
Was hilft? Regelmäßige Bewegung ohne schwere Last. Der Knorpel hat keine eigenen Blutgefäße und wird über die Gelenkflüssigkeit ernährt – Bewegung unterstützt das und erhält die Beweglichkeit. Kräftige Muskeln entlasten das Gelenk. Wärme wird oft als angenehm empfunden. Ein Gelenkersatz kommt infrage, wenn Schmerzen und Einschränkungen trotz Behandlung den Alltag stark belasten.
Übungsplan bei Schulterarthrose
Ziel: Beweglichkeit erhalten und Muskeln kräftigen. Ein leichter Belastungsschmerz (grüner Ampelbereich) ist erlaubt.
Übung 1: Pendelntäglich
Durchführung: Oberkörper vorbeugen, mit dem gesunden Arm abstützen, den betroffenen Arm locker hängen und mitschwingen lassen, auch in kleinen Kreisen.
Dosis: 2- bis 3-mal täglich 1 bis 2 Minuten.
Übung 2: Armkurbelntäglich
Durchführung: Aufrecht sitzen oder stehen. Die Unterarme vor dem Brustkorb umeinander kreisen lassen – wie beim Treten von Fahrradpedalen, ohne Gewicht. Vorwärts und rückwärts.
Dosis: 3-mal täglich 1 bis 2 Minuten.
Übung 3: Arm über Kopf führen mit dem Stab (im Liegen)täglich
Durchführung: Rückenlage. Einen Stab schulterbreit fassen und mit gestreckten Armen langsam über den Kopf führen, so weit es angenehm geht. Der gesunde Arm hilft mit.
Dosis: 10 Wiederholungen, 1- bis 2-mal täglich.
Übung 4: Außendrehung und Rudern mit dem Therabandjeden 2. Tag
Außendrehung: Ellenbogen rechtwinklig am Körper, Handtuch zwischen Ellenbogen und Rumpf, den Unterarm gegen den Zug des Bandes nach außen drehen.
Rudern: Band in Brusthöhe befestigen, Ellenbogen nah am Körper nach hinten ziehen, Schulterblätter zusammenführen.
Dosis: Je 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen.
Übung 5: Wandkrabbelntäglich
Durchführung: Mit den Fingern langsam an der Wand nach oben „krabbeln“, erst mit dem Gesicht zur Wand, später seitlich. Oben kurz halten.
Dosis: 10 Wiederholungen.
Zum Ansehen und Weiterlesen
▶Schulterarthrose – Übungen und TippsYouTube-Video · Klinik am Ring, Köln ▶So mobilisieren Sie Ihre Schulter – 5 einfache Übungen
YouTube-Video · DIOOS Health Academy
- Arthrose (gesundheitsinformation.de, IQWiG)
- Arthrose (gesund.bund.de, Bundesgesundheitsministerium)
- Arthrosetherapie mit Ernährungsbaustein und Ernährungsberatung (DIOOS)
- Ernährungstipps: Eiweiß, Ballaststoffe, gesunde Fette (DIOOS Health Academy)
Externe Angebote: Für deren Inhalte sind die jeweiligen Anbieter verantwortlich.
Nachbehandlung nach Schulterprothese (künstliches Schultergelenk)
Beim Einsetzen der Prothese wird meist eine Sehne vorn an der Schulter abgelöst und am Ende der Operation wieder angenäht. Sie muss einheilen – deshalb gelten ähnliche Regeln wie nach einer Sehnennaht. Ob Sie eine anatomische oder eine inverse („umgekehrte“) Prothese erhalten haben, steht in Ihrem Arztbrief.
Besonders wichtig
- In den ersten 6 Wochen den Arm nicht aus eigener Kraft anheben und nichts tragen.
- Kein Griff hinter den Rücken (z. B. Hose hochziehen, Gesäß abwischen mit der operierten Hand) – diese Bewegung belastet die Naht und kann besonders bei der inversen Prothese zum Ausrenken führen.
- Sich nicht mit dem operierten Arm aus dem Sitzen hochdrücken oder im Bett abstützen.
- Die Physiotherapie ist für ein gutes Ergebnis entscheidend – eine Bewegungsschiene ersetzt sie nicht.
- Lagerung: 6 Wochen Schulterabduktionskissen oder Schulterorthese (z. B. „Schulter-Fix“). Welche Lagerung Sie bekommen, steht in Ihrem Arztbrief.
- Fäden / Klammern: Entfernung nach 10 bis 14 Tagen.
- Bewegungsschiene (CPM): Die Bewegungsschiene organisieren wir für Sie während des stationären Aufenthalts.
Woche 1 bis 6
- seitlich und nach vorn: höchstens bis Schulterhöhe (unter 90°),
- Außendrehung: nur ein kleines Stück (unter 20°) über „gerade nach vorn“ hinaus,
- Innendrehung: bis zum Bauch erlaubt,
- kein Schürzengriff (hinter den Rücken) und kein Nackengriff.
ab Woche 7
ab Woche 9
Übung 1: Hand- und Ellenbogenpumpeab Tag 1
Durchführung: Unterarm auf dem Oberschenkel oder einem Kissen ablegen. Faust kräftig schließen und öffnen, Handgelenk kreisen, Ellenbogen langsam beugen und strecken. Der Oberarm bleibt dabei ruhig am Körper.
Dosis: Mehrmals täglich je 20 Wiederholungen.
Übung 2: Schulterblätter einstellenab Tag 1
Durchführung: Im Sitzen beide Schulterblätter sanft nach hinten-unten ziehen und 5 Sekunden halten. Der operierte Arm bleibt dabei auf dem Kissen oder locker auf dem Oberschenkel liegen.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 3: Sanftes Anspannen ohne Bewegungab Tag 1
Durchführung: Arm in der Ruheposition. Die gesunde Hand liegt am operierten Unterarm. Drücken Sie den operierten Arm ganz sanft gegen die gesunde Hand – nach innen, nach vorn und nach außen –, ohne dass er sich bewegt. 5 Sekunden halten.
Dosis: Je Richtung 5 bis 10 Wiederholungen, 2-mal täglich. Nur leichte Kraft (etwa ein Viertel).
Übung 4: Tischgleitenab Tag 1
Durchführung: Vor einen glatten Tisch setzen, den Unterarm des operierten Armes auf ein Handtuch legen. Den Oberkörper aus der Hüfte langsam nach vorn beugen, sodass der Arm nach vorn gleitet, ohne dass die Schultermuskeln arbeiten. Wieder aufrichten.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen, sehr langsam.
Wichtig: Den Arm nicht selbst anheben oder nach vorn schieben – die Bewegung kommt nur aus dem Oberkörper.
Übung 5: Arm heben mit Hilfe der gesunden Hand (im Liegen)ab Tag 1
Durchführung: Rückenlage, Knie angestellt. Die gesunde Hand fasst das Handgelenk des operierten Armes und führt ihn langsam nach oben – höchstens bis der Arm senkrecht zur Decke zeigt (das entspricht Schulterhöhe). Langsam zurück. Der operierte Arm bleibt locker.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 6: Bewegungsschiene und Kühlenab Tag 1
Bewegungsschiene: Nach der Einweisung täglich nutzen, Bewegungsumfang innerhalb der oben genannten Grenzen.
Kühlen: Mehrmals täglich 10 bis 15 Minuten, nie direkt auf die Haut.
Übung 7: Arm aktiv heben – erst mit kurzem Hebelab Woche 7
Durchführung: Rückenlage. Heben Sie den operierten Arm aus eigener Kraft langsam Richtung Decke und weiter Richtung Kopf – anfangs mit gebeugtem Ellenbogen (kurzer Hebel), später mit gestrecktem Arm. Anfangs darf die gesunde Hand unterstützen.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen. Später im Sitzen und Stehen.
Übung 8: Wandkrabbeln und Stabübungenab Woche 7
Wandkrabbeln: Mit den Fingern langsam an der Wand nach oben „krabbeln“, erst mit dem Gesicht zur Wand, später seitlich.
Stab: Im Liegen einen Besenstiel mit beiden Händen fassen und gemeinsam über den Kopf führen. Für die Außendrehung: Ellenbogen am Körper, die gesunde Hand schiebt den Stab, sodass die operierte Hand nach außen wandert.
Dosis: Je 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 9: Außendrehung und Rudern mit dem Therabandab Woche 9
Außendrehung: Ellenbogen rechtwinklig am Körper, ein zusammengerolltes Handtuch zwischen Ellenbogen und Rumpf. Den Unterarm langsam gegen den Zug des Bandes nach außen drehen, 2 Sekunden halten, langsam zurück.
Rudern: Band in Brusthöhe befestigen, die Ellenbogen nah am Körper nach hinten ziehen und die Schulterblätter zusammenführen.
Dosis: Je 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag. Mit dem leichtesten Band beginnen.
Übung 10: Ball an der Wandab Woche 9
Durchführung: Vor einer Wand stehen und einen kleinen Ball oder ein festes Kissen in Brusthöhe mit der flachen Hand gegen die Wand drücken. Mit dem Ball kleine Kreise oder Buchstaben „malen“. Schulterblatt bleibt hinten-unten.
Dosis: 3 Durchgänge à 30 bis 45 Sekunden.
8. Erkrankungen des Schultereckgelenks (AC-Gelenk)
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Was ist das? Das Schultereckgelenk (Akromioklavikulargelenk, kurz AC-Gelenk) verbindet das Schlüsselbein mit dem Schulterdach. Es liegt direkt unter der Haut oben auf der Schulter. Beschwerden entstehen vor allem durch Arthrose (Verschleiß) oder durch eine Verletzung der Bänder nach einem Sturz auf die Schulter („Schultereckgelenksprengung“).
Typisch: Schmerz genau oben auf der Schulter, beim Führen des Armes quer vor den Körper, bei Bewegungen über Kopf und beim Liegen auf der Seite.
Übungsplan zur Entlastung des Schultereckgelenks
Ziel: Gute Führung des Schulterblatts und kräftige Schultermuskeln entlasten das Eckgelenk.
Übung 1: Schulterblätter einstellenStufe 1
Durchführung: Aufrecht sitzen oder stehen, beide Schulterblätter sanft nach hinten-unten ziehen und 8 bis 10 Sekunden halten.
Dosis: 10 Wiederholungen, 2-mal täglich.
Übung 2: Rudern mit dem TherabandStufe 2
Durchführung: Band in Brusthöhe befestigen, Ellenbogen nah am Körper nach hinten ziehen, Schulterblätter zusammenführen. Kurz halten, langsam zurück.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Übung 3: Außendrehung mit dem TherabandStufe 2
Durchführung: Ellenbogen rechtwinklig am Körper, Handtuch zwischen Ellenbogen und Rumpf, den Unterarm langsam gegen den Zug des Bandes nach außen drehen.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Übung 4: Unterarme an der Wand hochgleiten („Wall Slides“)Stufe 3
Ausgangsposition: Mit dem Gesicht zur Wand stehen. Die Unterarme liegen schulterbreit und senkrecht an der Wand, die Ellenbogen in Schulterhöhe.
Durchführung: Schieben Sie die Unterarme langsam an der Wand nach oben, so weit es schmerzfrei geht, und wieder zurück. Die Schulterblätter bleiben unten.
Dosis: 3 Durchgänge mit 10 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Zum Weiterlesen
- Wie funktioniert die Schulter? – mit Abbildungen (gesundheitsinformation.de, IQWiG)
- Schulterschmerzen (gesundheitsinformation.de, IQWiG)
Nachbehandlung nach Operation am Schultereckgelenk
Welche Operation bei Ihnen durchgeführt wurde, steht in Ihrem Arztbrief. Es gibt zwei Hauptformen:
Variante A: Entfernung des Gelenkendes bei Arthrose (laterale Klavikularesektion)
Das abgenutzte Ende des Schlüsselbeins wird arthroskopisch um wenige Millimeter gekürzt, oft zusammen mit einer Schulterdach-Erweiterung. Hier wurde nichts genäht – Sie dürfen den Arm von Anfang an im schmerzarmen Bereich frei bewegen.
- Schlinge: Nur für die ersten Tage, wenn sie Ihnen Schmerzen erspart.
- Fäden: Entfernung nach 10 bis 14 Tagen.
Woche 1 bis 2
Woche 3 bis 6
bis etwa Woche 12
Übung 1: Pendelnab Tag 1
Durchführung: Oberkörper vorbeugen, mit dem gesunden Arm am Tisch abstützen, den operierten Arm locker hängen und durch kleine Bewegungen des Oberkörpers mitschwingen lassen, später auch in kleinen Kreisen.
Dosis: 3-mal täglich 1 bis 2 Minuten.
Übung 2: Tischgleitenab Tag 1
Durchführung: Vor einen glatten Tisch setzen, den Unterarm auf ein Handtuch legen. Den Oberkörper aus der Hüfte langsam nach vorn beugen, sodass der Arm über den Tisch gleitet. Wieder aufrichten.
Dosis: 2- bis 3-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 3: Arm heben mit Hilfe der gesunden Hand (im Liegen)ab Tag 1
Durchführung: Rückenlage, Knie angestellt. Die gesunde Hand fasst das Handgelenk des operierten Armes und führt ihn langsam Richtung Decke und weiter Richtung Kopf, so weit es angenehm ist. Langsam zurück.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 4: Wandkrabbelnab Woche 2
Durchführung: Mit dem Gesicht zur Wand stehen und mit den Fingern des operierten Armes langsam an der Wand nach oben „krabbeln“, so weit es angenehm ist. Oben kurz halten, langsam wieder herunter. Später das Gleiche seitlich zur Wand.
Dosis: 2- bis 3-mal täglich 5 bis 10 Wiederholungen.
Übung 5: Außendrehung mit dem Therabandab Woche 3
Durchführung: Aufrecht stehen, Ellenbogen rechtwinklig gebeugt am Körper, ein zusammengerolltes Handtuch zwischen Ellenbogen und Rumpf. Das Band mit beiden Händen halten und den Unterarm der operierten Seite langsam nach außen drehen. 2 Sekunden halten, langsam zurück.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag. Mit dem leichtesten Band beginnen.
Übung 6: Rudern mit dem Therabandab Woche 3
Durchführung: Band in Brusthöhe befestigen (z. B. Türklinke, Tür abschließen). Beide Enden fassen, die Ellenbogen nah am Körper nach hinten ziehen und die Schulterblätter zusammenführen. Kurz halten, langsam zurück.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
Variante B: Stabilisierung nach Schultereckgelenksprengung
Das hochstehende Schlüsselbein wird mit einem Fadensystem oder einer Platte wieder in die richtige Position gebracht. Die Bänder müssen in dieser Stellung einheilen. Deshalb darf in den ersten Wochen kein Zug nach unten am Arm entstehen (nichts tragen, Arm nicht schwer hängen lassen) und der Arm nicht quer vor den Körper geführt werden.
- Schlinge / Orthese: 6 Wochen Schulterorthese bzw. Armschlinge, die den Arm von unten abstützt.
- Fäden: Entfernung nach 10 bis 14 Tagen.
Woche 1 bis 6
- seitlich und nach vorn: höchstens bis Schulterhöhe (90°),
- Arm nicht quer vor den Körper zur anderen Schulter führen,
- kein Griff hinter den Rücken,
- nichts tragen, nicht am Arm ziehen lassen; kein Pendeln mit Gewicht.
Woche 7 bis 12
ab Woche 13
Übung 1: Hand- und Ellenbogenpumpeab Tag 1
Durchführung: Unterarm auf dem Oberschenkel oder einem Kissen ablegen (nicht hängen lassen). Faust schließen und öffnen, Handgelenk kreisen, Ellenbogen beugen und strecken.
Dosis: Mehrmals täglich je 20 Wiederholungen.
Übung 2: Schulterblätter einstellenab Tag 1
Durchführung: Im Sitzen beide Schulterblätter sanft nach hinten-unten ziehen und 5 Sekunden halten. Der operierte Arm bleibt abgestützt.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 3: Arm heben mit Hilfe der gesunden Hand (im Liegen)ab Tag 1
Durchführung: Rückenlage – hier zieht das Armgewicht nicht nach unten. Die gesunde Hand führt den operierten Arm langsam nach oben, höchstens bis er senkrecht zur Decke zeigt. Langsam zurück.
Dosis: 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 4: Aktive Bewegung, Wandkrabbeln, Stabab Woche 7
Durchführung: Arm im Liegen, dann im Sitzen aus eigener Kraft heben. Mit den Fingern an der Wand nach oben „krabbeln“. Mit dem Stab im Liegen über den Kopf führen.
Dosis: Je 2-mal täglich 10 Wiederholungen.
Übung 5: Kräftigung – Rudern, Außendrehung, Wall Slidesab Woche 13
Durchführung: Die Übungen 2 bis 4 aus dem Übungsplan ohne Operation. Mit dem leichtesten Band beginnen.
Dosis: 3 Durchgänge mit 12 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
